Stadt Platres

– der Ferienort

Während Kato Platres („Unter-Platres“), der ältere Teilort, noch ein Bauern- und Pendlerdorf ist, lebt Pano Platres („Ober-Platres“, 1128 m. ü. M.) vom Fremdenverkehr. Der Ferienort mit seinem Panoramalick bis hinter nach Limassol wird vor allem von Zyprern geschätzt.

Platres

© Bild by Friar/flickr.com – (CC BY-SA 2.0)

Die etwa 800 Einwohner zählende „Hauptstadt“ des Troodos geht auf den nahen Sommersitz der britischen Gouverneure zurück, in den sich heute der Staatspräsident zurückzieht, wenn Nikosia ins Schwitzen kommt. Am Bau hat kein geringerer als der französische Dichter Arthur Rimbaud mitgewirkt, „mit eigenen Händen“, wie die Gedenktafel auf der Rückseite der „Presidential Cottage“ betont. Die wellblechbedeckten, grün gestrichenen Backsteinbaracken der „Residences“ sind typisch für die Kolonien des verflossenen Empire und könnten so auch unter der tropischen Sonne Indiens stehen.
Wie in den indischen Hill Stations, der Sommerfrische der Kolonialbeamten, sind auch in dem mitten in den Wald gebauten Platres Grün und Rot die vorherrschenden Farben. Am Rand der steilen Straßen plätschern Bächlein und die Stimmung ist geruhsam bis blasiert gelangweilt.
Umgebung von Platres
Myllomeris-Wasserfall: Etwa 100 m oberhalb der Dorfkirche beginnt an der Hauptstraße ein ausgeschilderter Wanderweg zum Myllomeris-Wasserfall. Der neu angelegte, streckenweise mit einem Geländer gesicherte Weg führt zunächst steil ins Tal hinunter, überquert den Bach und klettert auf der anderen Seite wieder hoch zu der von steilen Felsen eingerahmten Kaskade. Obgleich weniger bekannt und besucht als die oberhalb des Dorfs gelegenen Kalidonia-Fälle, soll Myllomeris (von myllos „feucht“ und meri „Ort“ Zyperns tiefster Wassersturz sein. Von hier kann man auf einem Forstweg parallel zum Bach noch weiter bis Pera Pedi wandern.
Mesapotamos: Das darf nicht fehlen, wenngleich die Gemäuer, in denen sich Grivas während des Befreiungskrieges zeitweise verbarg, eingezäunt und nicht mehr von Mönchen bewohnt sind. Gleich nebenan gibt es jedoch einen im Sommer bewirtschafteten Rastplatz mit Quelle. In der Umgebung platzieren zyprische Urlauber im Juli und August ihre Wohnwagen und schlagen die Zelte auf.
Trooditissa: Im Kloster Trooditissa residiert den Sommer über der Bischof von Pafos. Die Gläubigen kommen freilich nicht, um seiner Exzellenz zu huldigen. Ihre Aufmerksamkeit gilt einem silbergeschlagenen Gürtel. Um den Bauch einer Frau gelegt, sorgt die Reliquie in guter heidnischer Aphrodite-Tradition dafür, dass es bei der nächsten Empfängnis ein Sohn wird. Zum Dank wird dieser dann, herangewachsen, als Mönch dem Kloster gestiftet – oder wenigstens mit einer kräftigen Geldspende „ausgelöst“. Auch die wertvollste Ikone von Trooditissa, ein über und über mit Silber verkleidetes Marienbild, half einst, die Zahl der frommen Brüder zumindest zu erhalten. Ein Libanese hatte seinen Sohn ins Kloster aufnehmen lassen, wollte ihn nach einigen Jahren aber wieder zurückholen. Da löste sich ein Stein vom Felsen und hätte den Jungen erschlagen, wäre nicht im rechten Moment die Ikone über seinem Kopf erschienen. Vater und Sohn wussten das Zeichen zu deuten – der Junge blieb Mönch.
Bild by Friar/flickr

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