Sotira

auf dem Hügel

Auf dem Tepe, einem Hügel hinter dem Dorf Sotira, 8 km nordwestlich von Episkopi, wurde eine steinzeitliche Siedlung ausgegraben, die von etwa 4800-3500 v. Chr. bewohnt war und der sogenannten Sotira-Kultur den Namen gab. Die Menschen lebten in rechteckigen Häusern mit Schlafbänken an den Wänden; ihre Toten begruben sie mit angewinkelten Beinen.

Die wichtigsten Funde, nämlich Steinwerkzeuge, Schmuck und einfache Keramik, sind in den ersten beiden Räumen des Museums von Nikosia ausgestellt, und vor Ort ist für den Laien einzig die schöne Aussicht sehenswert. Zwischen den Sotira-Menschen und der älteren Kultur von Choirokoitia klafft eine Lücke von 1500 Jahren, in die die Archäologen bisher keine menschlichen Spuren datieren konnten.
Zeitlich und räumlich schließt sich an Sotira die etwas nordöstlich gelegene Fundstätte von Kaminudia an, die von 3900-1900, also in der Kupfersteinzeit und frühen Bronzezeit, bewohnt war. Auch hier gibt es, wie auf dem Tepe, für das ungeschulte Auge nichts Bemerkenswertes zu entdecken.
Am nordöstlichen Ortsrand des modernen Dorfes, in der Nähe des Dreschplatzes, steht links der Straße einer der Schlupfsteine, von denen auf Zypern etwa fünfzig bekannt sind. Wer durch die rechteckige Öffnung hindurchschlüpft, so der Volksglaube, kann dabei seine Krankheiten und Gebrechen abstreifen und zurücklassen.

Über den ursprünglichen Zweck der von Menschen so behauenen Megalithen herrschte lange Rätselraten. Inzwischen gilt als gesichert, dass es sich dabei um Relikte von Ölmühlen handelt. Dem „Schlüpfen“, ob nun unter einer Ikone hindurch oder, wie in der Moschee von Kairouan, zwischen zwei engen Säulen, wird nicht nur auf Zypern eine magische Wirkung zugeschrieben.

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