Pyla

in Südzypern

Eines von zwei Dörfern Südzyperns, in denen noch türkische und griechische Zyprer gemeinsam leben – und damit eigentlich ein Vorzeigeobjekt, mit dem die Regierung der Welt sagen könnte: Schaut her, so könnte es überall sein. Doch gut sind die Behörden auf die Türken von Pyla nicht zu sprechen.
Pyla, in der Pufferzone entlang der Greenline gelegen, steht unter Kontrolle der Blauhelme – irische Polizisten, die aus ihrer Heimat eine gewisse Erfahrung mit verfeindeten Volksgruppen mitbringen. Im Osten grenzt der britische Stützpunkt Dekeleia unmittelbar an das Dorf und im Norden trennt ein schmaler britischer Korridor Pyla von der türkischen Zone. Bei der Invasion vermied das türkische Militär alles, was die Briten hätte reizen können: Die Panzer stoppten am Bergkamm außerhalb des Dorfes, etwa dort, wo jetzt ein Pappkamerad mit aufgepflanztem Bajonett vom Ruhm der „Mehmetcickler“ kündet. Die Griechen hatten ihre Verteidigungslinie südlich von Pyla gezogen, das damit zwischen den Fronten blieb – in der Pufferzone.
Im Dorf selbst leben die beiden Gruppen mehr neben- als miteinander. Gemischte Ehen gibt es nicht. Die Griechen trinken im „Makedonia“ ihr Keo-Bier, die Türken auf der anderen Straßenseite in ihrem Kaffeehaus festländisches Efes. Von einem Unterstand auf einem Hausdach im Zentrum wachen die Blauhelme über den Frieden. Die türkische und griechische Grundschule liegen direkt nebeneinander. Im Alter von zwölf Jahren jedoch trennen sich die Schulwege der Kinder. Die Kids der Griechen fahren morgens ins Gymnasium nach Larnaka, die der Türken bringt der Schulbus nach Famagusta. Und ein paar Jahre später stehen sich Nachbarskinder unter Umständen bewaffnet gegenüber: Pylas Türken absolvieren ihren Militärdienst im Norden.

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