Petra tou Romiou

– Naturschutz

Der strahlend weiße Kalk des Landes kontrastiert mit dem azurblauen Meer, und an den wie von Riesenhand in Wasser verstreuten Felsen zerbrechen die Wogen zu wild sprühender Gischt: Petra tou Romiou, die schönste Partie von Zyperns langer Küste.

Petra tou Romiou

© Bild by Marco Zanferrari/flickr.com – (CC BY-SA 2.0)

Nachdem die schon eine gute Weile dem Auf und Nieder des Küstenvorlandes folgende Straße die soundsovielte Höhe erklommen hat, öffnet sich unvermutet der Blick aufs Meer. Und was für einer. In dieser Bucht soll Aphrodite, die Schöne, in einer Muschel an Land getrieben worden sein. Hesiod weiß in seiner Theogonie sogar noch eine weit dramatischere Geschichte zu berichten: Uranos, der Himmel, pflegte die Kinder, die ihm Gaia, die Erde, gebar, gleich in diese zurückzustoßen, da er fürchtete, von ihnen, den Titanen, eines Tages entmachtet zu werden. Doch einmal gelang es Gaia, einen Sohn vor dem bösen Vater zu verstecken: Kronos. Von der Mutter mit einer Sichel ausgerüstet, entmannte er in ihrem Auftrag den alten Lüstling. Aus dem Blut entstanden die Rachegöttinnen und die Giganten. Das abgeschlagene Gemächte aber trieb im Meer, und aus dem austretenden Samen entstand Aphrodite, die Schaumgeborene. Nach einem Zwischenspiel auf der griechischen Insel Kithira wurde sie von Stürmen an die Gestade von Kypros getrieben.
Eine andere Legende rankt sich um den Namen Petra tou Romiou, wörtlich „Stein der “. Der Riese Digenis, der uns noch andernorts begegnen wird, vereitelte eine Landung der Araber, indem er ihnen die gewaltigen Steine entgegenwarf, die heute in der Bucht liegen. Rumi (türkisch) oder Romoi (griechisch) meint aber nicht die Römer aus Italien, sondern in Bezug auf Konstantinopel (das „Zweite Rom“) die byzantinischen Griechen, denen Digenis gegen die Invasoren zur Seite stand. Der Petra tou Romiou ist also der Stein der Griechen.
Unten in der Bucht gibt es gleich neben der Straße einen grobkiesigen Badeplatz mit einem Aussichtsrestaurant oben auf dem Berg. Allerdings gilt es beim Baden, sich vor den Strömungen in Acht zu nehmen. Ein bequemer Spazierweg (4 km) führt vom Restaurant um das Kap herum.
Bild by Marco Zanferrari/flickr.com – (CC BY-SA 2.0)

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