Omodos

– bei Limassol

Weiß gekalkte Häuschen mit blauen Fensterlaibungen wecken Erinnerungen an Griechenland. Weinlauben und Fassaden sind mit in Blechkanistern gezogenen Blumen verziert, die Gässlein pieksauber. Katzen dösen im Schatten von Maulbeerbäumen, Omas sticken, während die alten Männer sich im Kaffeehaus langweilen. Periodisch quillt ein Besucherschwarm vom Busparkplatz durch die Gassen auf die geräumige Platia, verteilt sich auf die Souvenirstände und sammelt sich wieder zum Pulk, der Richtung Kloster zieht.
Wenn die Zyprer je einen geologischen Lehrpfad anlegen, sollten sie es hier tun. Auf den kaum 10 km von Pano Platres nach Omodos geht das Urgestein des Troodos zunächst in vulkanische Diabase über (Kato Platres), gefolgt von einem Streifen graubraunem Lavatuff (bei Mandria), der seinerseits am letzten Taldurchbruch vor Omodos abrupt der weißen Kalkablagerungen des Urmeeres weicht, auf denen Weinreben sich besonders wohl fühlen – Omodos ist eines der größten geschlossenen Weinanbaugebiete Zyperns.
Sehenswertes in Omodos
Moni ti Stavrou: Das 1816 von einem Bischof aus Pafos auf den Fundamenten einer älteren Anlage neu errichtete Kloster mitten am Dorfplatz diente zwischen 1955 und 1958 EOKA-Kämpfern als Unterschlupf. Im Kapitelsaal mit seinen schönen Schnitzereien sind Erinnerungsgegenstände an den Befreiungskampf ausgestellt, in zwei anderen Räumen Stickereien, landwirtschaftliche Geräte und Ikonen. Dazu verfügt das Kloster über eine ansehnliche Reliquiensammlung. In der Ikonostase der Klosterkirche sind Splitter vom Kreuz und Reste von Christi Fesseln eingelassen, die nach der Auflösung des Klosters von Anogira nach Omodos gebracht wurden. Ebenfalls im Kirchenraum schützt ein Tresor den angeblichen Schädel des Apostels Philippos. Die Kirchwieh wird alljährlich Mitte September gefeiert.
Haus des Sokrates Sokratou: Von den restaurierten, als Museum mit Verkaufsraum hergerichteten Privathäusern verdient das des Sokrates Sokratou besondere Aufmerksamkeit. An der Wand über dem Bett hängt die Dolchsammlung des Hausherrn; anhand von Brautkleidern aus verschiedenen Epochen in einer Vitrine wird der Wechsel der Mode veranschaulicht; natürlich gibt es einen Weinkeller und Kinder dürfen auf dem an Seilen in der früheren Sommerküche aufgehängten Sattel schaukeln. In der gleichen Straße, im Haus des Linos, steht eine alte Weinpresse.

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