Nikosia – die Stadt im Zentrum

– Lefkosía

Die Stadt Nikosia liegt inmitten der zentralen Ebene von Zypern. Es ist die größte Stadt und seit dem Mittelalter die Hauptstadt der Insel. Sie hat etwa 220.000 Einwohner im Südteil der Stadt.
Archäologische Funde, die in das Chalkolithikum datiert werden, wurden im Bereich von Prodromos (am linken Ufer des Pediäos-Flusses) in der Nähe des modernen Nikosia gefunden. In der frühen Bronzezeit, als Zypern wegen seines Metallreichtums eine große Blüte erlebte, gab es im weiteren Umkreis von Nikosia drei Ortschaften.
Die wichtigsten Gründe für die Besiedelung dieses Gebietes waren das Wasser des Pedäos-Flusses und die Fruchtbarkeit des Bodens, welche die Landwirtschaft und die Viehzucht begünstigten. Obwohl es bis heute keine gesicherten Informationen darüber gibt, ob dieses Gebiet auch nach der Bronzezeit besiedelt war, gibt es im 7. Jh. v. Chr. Hinweise auf eine Stadt Lidra, deren König Onesagoras war (bis zu Beginn der byzantinischen Zeit hieß das heutige Nikosia Lidra).
In römischer Zeit war Lidra eine kleine, unbedeutende landwirtschaftliche Siedlung. Während der Überfälle der Araber siedelten viele Bewohner der Küstengebiete in das Innere der Insel über. Doch später war in byzantinischer Zeit Nikosia die Hauptstadt der Insel.
In fränkischer Zeit wurde Nikosia das Verwaltungszentrum der Insel und man erbaute imposante Bauten und Kirchen. Hier fand auch die Krönung des Königs statt. Unter den Lusignan wurde die erste Stadtmauer errichtet. Als dann die Venezianer die Insel beherrschten, wurde ein neuer Mauerring mit kleinerem Durchmesser erbaut, der von den umliegenden Anhöhen größeren Abstand hatte. Die Stadt konnte durch drei Tore betreten werden: Das Kerinia-Tor, das Paphos-Tor und das Ammochostos-Tor.
Die Venezianer legten auch ein künstliches Bett für den Pediäos-Fluss an und leiteten damit sein Wasser an der Stadt vorbei. Unter der türkischen Herrschaft blieb Nikosia weiterhin die Hauptstadt Zyperns. Es war eine Zeit des wirtschaftlichen und kulturellen Niederganges. Zahlreiche fränkische Kirchen wurden in Moscheen verwandelt.
In der Zeit der englischen Herrschaft wurde aus Holz das Präsidentenpalais an der Stelle erbaut, an der es auch heute steht. Damals wuchs auch die Stadt über die Mauern hinaus. Das Straßennetz wurde ausgebaut und Nikosia mit den anderen Gebieten der Insel verbunden. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Einwohnerzahl stark zunahm. Nach der Unabhängigkeit der Insel 1960 wuchs die Stadt noch weiter, wofür die Landflucht und die Konzentration aller wirtschaftlichen, administrativen und kulturellen Aktivitäten in der Stadt verantwortlich sind.
Ein Rundgang durch die Stadt
Seit der türkischen Invasion von 1974 ist Nikosia eine geteilte Stadt. Das freie Nikosia erlebte in den letzten Jahren eine sprunghafte Entwicklung. Es besteht aus der alten und der neuen Stadt, die sich harmonisch zu einem Ganzen verbinden.
Die neue Stadt erstreckt sich rings um die Altstadt und besteht aus zahlreichen Stadtteilen. Sie ist eine kosmopolitische Stadt mit breiten Straßen, modernen Geschäften, Banken, Hotels, Plätzen und schönen Wohnhäusern. Hier ist der Sitz der staatlichen Behörden und aller ausländischen Botschaften. Die Stadt lebt in europäischem Rhythmus. In den letzten Jahren hat sie sich durch ihre ausgezeichneten Telekommunikationsmöglichkeiten zu einem idealen Mittelpunkt des Nahen Ostens für Kongresse entwickelt.
Die Altstadt ist von den berühmten venezianischen Mauern umgeben, die ein charakteristisches Monument der Hauptstadt sind. Sie wurden von dem venezianischen Architekten Giulio Savorgniano geplant und zwischen 1567 und 1570 erbaut. Sie sind das imposanteste und charakteristischste Monument der Hauptstadt. Die Mauer hat eine Länge von 4,5 km und besitzt elf Bastionen mit herzförmigem Grundriss. Es gab nur drei Tore. Das Nordtor (Kerinia-Tor), das Osttor (Ammochostos-Tor) und ein Westtor (Paphos-Tor). Das Osttor (Porta Giuliana), das wie gesagt auch Ammochostos-Tor hieß, wurde wieder aufgebaut und ist heute das städtische Kulturzentrum von Nikosia. Es besteht aus einer großen, überwölbten Durchfahrt und zwei seitlichen Räumen. Die Innenseite ist besonders eindrucksvoll. Die Außenseite blickt auf den Graben, der die Mauern umgibt. 1984 erhielt der Bau wegen seiner vorbildlichen Renovierung und der Umwandlung in ein lebendiges Kulturzentrum einen Preis von Europa Nostra. Der Rundgang durch die Stadtviertel der Altstadt mit ihren schmalen und labyrinthischen Gassen beginnt an der Platia Eleftherias (Freiheitsplatz), die zwischen der Stadt innerhalb der Mauern und der modernen Stadt liegt, die seit dem 19. Jh. entstanden ist. Auf einer der Bastionen, die D´Avila Bastion heißt, befindet sich das Rathaus der Stadt.
Wenige Meter westlich liegen die beiden Hauptgeschäftsstraßen – die Odos Lidras und parallel zu ihr die Odos Onasagorou. Früher war hier das kommerzielle Zentrum der Hauptstadt. Von der Platia Eleftherias biegt man genau gegenüber dem Hauptpostamt von Nikosia in eine kleine Straße nach links ein und kommt in den Stadtteil Laiki Gitonia. Es ist eine kleine Fußgängerzone, die an die Atmosphäre früherer Zeiten erinnert. Hier stehen Häuser vom Ende des 19. Jhrs. und vom Beginn des 20. Jhs., von denen manche renoviert wurden, wogegen andere das Aussehen jener Zeit bewahrt haben. Um mehr über die Geschichte von Nikosia zu erfahren, sollte man in der Odos Ippokratous 17 im Stadtteil Laiki Gitonia das Städtische Museum besuchen.
Städtisches Museum (Leventio Dimotiko Mousio)
In dem restaurierten zweistöckigen Gebäude des 19. Jhs. wird die Geschichte der Stadt durch die Jahrhunderte dargestellt. Zu sehen sind Fotografien, Stiche, Verzeichnisse von Regenten und Würdenträgern Zyperns, Dokumente über die harte Besteuerung in türkischer Zeit und über die Dragomane, venezianische Münzen, byzantinische Ikonen und viele andere Gegenstände. In der Nähe der Laiki Gitonia liegt in der Odos Praxipou 7-9 das Goldschmiede-Museum.
Goldschmiede-Museum
In diesem Museum sind Beispiele dieser Kunst seit dem Ende des 19. Jhs. und aus dem 20. Jh. ausgestellt. Es sind Schmuckstücke, liturgisches Gerät und alte Werkzeuge. Beim weiteren Gang durch den gleichen Stadtteil kommt man in der Odos Solonos zur Tripiotis-Kirche, die 1695 erbaut wurde und ein hervorragendes Beispiel für den franko-byzantinischen Baustil darstellt.
Man verlässt nun Laiki Gitonia. Der Gang durch die Altstadt ist eine echte Begegnung mit der Vergangenheit. Die engen Straßen, die Sackgassen, die alten Herrenhäuser mit ihren Balkonen, die aus dem gelblichen Stein von Nikosia gearbeitet sind, und die kleinen Werkstätten, in denen die Handwerker ihren Beruf ausüben, erinnern lebhaft an frühere Zeiten.
Jedoch verläuft hier die bekannte Grüne Linie Zyperns, die die Hauptstadt teilt, so dass viele Gassen plötzlich an der Grenzlinie enden. Auf beiden Seiten gibt es Wachposten mit Fahnen.
Obwohl diese Gegend dicht bebaut ist, ist sie nur wenig bewohnt. In der Nähe der Trennungslinie sind die meisten Häuser in sehr schlechtem Zustand und vom Einsturz bedroht. Ihre Besitzer, die dazu in der Lage waren, zogen es vor, sie zu verlassen. In manchen zweistöckigen Häusern, deren Obergeschoss in schlechtem Zustand ist, Türen und Fenster verschalt sind oder deren Dächer beschädigt sind, gibt es im Erdgeschoss Werkstätten oder Läden. Die städtischen Behörden bemühen sich um eine bessere Nutzung dieses Gebietes. In vielen Fällen werden diese alten Häuser zu richtigen Schmuckstücken, in denen teure Restaurants oder Bars zu finden sind.
Nach einem Gang von wenigen Minuten kommt man von der Laiki Gitonia zur Platia Archiepiskopou Kiprianou, an der das Erzbischöfliche Palais zu Hause ist.
Erzbischöfliches Palais
Es handelt sich um einen imposanten zweistöckigen Bau im neubyzantinischen Stil aus gelblichem Stein. Das Palais wurde 1956-1960 erbaut und ist der Sitz des Erzbischofs von Zypern und Amtssitz der zyprischen griechisch-orthodoxen Kirche. Hier befindet sich eine große Anzahl von Ikonen, Handschriften und anderen Schätzen der zyprischen Kirche. Vor dem Gebäude steht seit 1987 eine große Bronzestatue von Erzbischof Makarios III., dem ersten Präsidenten der Republik Zypern (1960-1977), der von 1950 bis zu seinem Tod 1977 Erzbischof von Zypern war. Die Statue wurde vom zyprischen Bildhauer N. Kotzamanis geschaffen. Auf der anderen Seite des Platzes befindet sich eine Büste von Erzbischof Kiprianou, der 1821 von den Türken erhängt wurde. Gleich neben dem Gebäude des Erzbistums befindet sich das Kulturzentrum Makarios III.
Kulturzentrum Makarios III
Das Kulturzentrum besteht aus dem byzantinischen Museum, einer Gemäldesammlung und einer Bibliothek. Das Byzantinische Museum besitzt eine bemerkenswerte Sammlung von 150 tragbaren byzantinischen Ikonen aus Kirchen und Klöstern von ganz Zypern, die aus der Zeit zwischen dem 8. und dem 18. Jh. stammen. Hier hat der Besucher die Möglichkeit die Entwicklung der zyprischen Ikonenmalerei genau zu verfolgen und die verschiedenen Techniken kennenzulernen, die im Laufe der Zeit verwendet wurden. Es gilt als eines der besten Museen dieser Art auf der Welt.
Im Ostflügel des erzbischöflichen Palais befindet sich die Gemäldesammlung des Kulturzentrums Erzbischof Makarios III. Die Kunstsammlungen im 1. Stock umfassen Ölgemälde, Landkarten, Zeichnungen und andere Werke von historischem Interesse. Im 2. Stock befinden sich Werke europäischer Künstler, die von der griechischen Geschichte und besonders vom Freiheitskampf von 1821 inspiriert wurden. Lohnend ist auch ein Besuch des byzantinischen Museums, wo hervorragende Werke der zyprischen Ikonenmalerei ausgestellt sind. Von besonderem Interesse sind die Mosaiken der Kirche Panajia tis Kanakarias, die von den Türken illegal ins Ausland verkauft worden waren und nach erfolgreichen Gerichtsverhandlungen wieder nach Zypern zurückgebracht wurden. Das alte erzbischöfliche Palais befindet sich in der Nähe des neuen erzbischöflichen Palais und beinhaltet das Museum für Volkskunst.
Museum für Volkskunst
Dieses Museum besitzt eine Sammlung zyprischer Volkskunst des 19. Jhs. und vom Anfang des 20. Jhs. Der Besucher kann in der Ausstellung Holzschnitzereien, Handarbeiten und Stickereien, Keramik, zyprische Trachten und Webereien auf dem Webstuhl bewundern.
Museum des Nationalen Kampfes
Das Museum des Nationalen Kampfes wurde 1961, ein Jahr nach der Unabhängigkeitserklärung der Insel, gegründet. Es enthält Erinnerungsstücke (Dokumente, Fotografien, persönliche Gegenstände von Kämpfern, Briefe u.a.) aus dem Befreiungskampf 1955 – 1959 gegen die Engländer.
Zwischen dem alten und dem neuen erzbischöflichen Palais liegt die Kathedrale Ajios Ioannis o Theologo. Die Kathedrale wurde 1662 von Erzbischof Nikiforos auf den Trümmern einer älteren, mittelalterlichen Kirche erbaut.
Voll Bewunderung steht der Besucher vor den gut erhaltenen Wandmalereien und den geschnitzten, hölzernen Ikonostasen. Die Wandmalereien des 18. Jhs. sind ein Werk von Erzbischof Filotheos und zeigen Szenen aus der HI. Schrift, der Auffindung des Grabes des Apostels Barnabas in Salamis und die Gewährung der Selbstständigkeit der zyprischen Kirche durch den byzantinischen Kaiser Zenon. An der Platia Archiepiskopou Kiprianou befindet sich zudem das Pankipriako Gimnasio.
Pankipriako Gimnasio
Dies ist die älteste und historischste Einrichtung der höheren Bildung auf der Insel. Das Pankipriako Gimnasio wurde 1812 von Erzbischof Kiprianos gegründet und ist heute noch in Betrieb. 1896 wurde es als gleichberechtigt mit den sechsklassigen Gymnasien Griechenlands anerkannt. Damals erhielt es auch seinen heutigen Namen.
Geht man 200 m weiter Richtung Südwesten zur Odos Patrioarchou Grigoriou 20, so entdeckt man ein eindrucksvolles Herrenhaus. Dies ist das Haus von Chatzigeorgaki Kornesio, dem Dragoman von Zypern. Dieses bemerkenswerte Haus ist ein hervorragendes Beispiel der städtischen Architektur des 18. Jhs. Heute befindet sich hier das Zyprische Ethnologische Museum. 1988 wurde dem Museum der Preis Europa Nostra zugesprochen. Geht man vom erzbischöflichen Palais 200 m nach Osten, so sieht man das Freiheitsdenkmal. Es steht auf einer Bastion der venezianischen Stadtmauer, die Podocataro hieß. Das Denkmal ist eine Schöpfung des Bildhauers Notaras und beeindruckt vor allem durch seine Komposition und seine Details. Es wurde 1970, zehn Jahre nach der zyprischen Unabhängigkeit, errichtet und erinnert an den Freiheitskampf der Zyprer gegen die Engländer (1955 – 1959). Darstellt ist die Freiheit als weibliche Gestalt, die auf der höchsten Erhebung steht und auf zwei Soldaten blickt, die das Tor des Gefängnisses öffnen, aus dessen Dunkel vierzehn Gestalten kommen, welche die verschiedenen Menschen der Insel verkörpern.
Vom Freiheitsdenkmal geht man nach links und kommt zum Ammochostos-Tor. In der Altstadt sollte man nicht versäumen die Kirchen Faneromeni, Panajia tis Chrisaliniotissa, Ajios Antonios und Ajios Kassianos zu besuchen. Die Faneromeni-Kirche liegt mitten in der Altstadt von Nikosia und wurde 1872 im franko-byzantinischen Stil erbaut. Sie ist die größte Kirche innerhalb der Stadtmauer. Östlich davon befindet sich ein Mausoleum, wo die Reliquien von Erzbischof Kiprianos und anderen Geistlichen aufbewahrt werden, die von den Türken 1821 hingerichtet wurden.
Die Chrisaliniotissa-Kirche gilt als die älteste byzantinische Kirche von Nikosia. Sie wurde 1450 von Eleni Paläologos, der Gemahlin des Königs Johannes II. Lusignan, erbaut. Sie steht auf den Grundmauern einer älteren Kirche, deren Datierung unbekannt ist. Sie besitzt eine Sammlung seltener Ikonen aus byzantinischer Zeit, von denen etwa 25 Ikonen im byzantinischen Museum von Nikosia ausgestellt sind. In der Odos Trikoupi befindet sich die Omerié-Moschee. Sie war einst eine Kirche der Augustiner-Mönche und der Ajia Marina geweiht. Erbaut wurde sie im 14. Jh. und 1571 ließ Mustafa Pascha sie nach der Eroberung von Nikosia durch die Türken in eine Moschee umwandeln. Er behauptete, dass der Prophet Omer sich an dieser Stelle ausgeruht habe, als er Nikosia besuchte. Außerhalb der Stadtmauer erwartet den Besucher an der Ecke Leoforos Stasinou und Odos Kritis die Staatliche Sammlung Moderner Kunst, die sich in einem klassizistischen Gebäude befindet und eine Sammlung von Gemälden und Skulpturen von mehr als 70 zyprischen Künstlern besitzt.

Archäologisches Museum von Nikosia

Es ist das größte und bedeutendste archäologische Museum von Zypern. Es wurde 1908 gegründet und beherbergt das kulturelle Erbe von 9000 Jahren in repräsentativen Funden von der neolithischen Zeit bis in die frühe byzantinische Zeit. In den 14 Sälen verfolgt der Besucher in historischer Abfolge die Entwicklung der Kunst auf Zypern (Keramik, Skulptur und Architektur). In den ersten 3 Sälen sind Kunstwerke des Neolithikums mit plastischer oder eingeritzter Dekoration (Idole und Keramik) ausgestellt. Es folgen die mykenische Keramik des 15. Jhs. v. Chr. und die Gefäße der kypro-geometrischen, kypro-archaischen und kypro-klassischen Zeit.
Die Entwicklung der Bildhauerkunst lässt sich an einer Sammlung von 2000 Tonstatuetten aus dem Heiligtum von Ajia Irini (700 v. Chr.) beobachten, aber auch an den Statuen, die chronologisch vom 7. Jh. v. Chr. bis in die römische Zeit reichen (Kouroi, Zeus Keraunios, Kopf der Aphrodite, Bronzestatue des Septimius Severus und die anmutige Statue des schlafenden Eros).
In den anderen Sälen des Museums sind Helme und Waffen ausgestellt, das berühmte Mosaik „Emblem“ aus Alt-Paphos und eine umfangreiche Sammlung von Schmuck und Münzen. Interessant ist der Saal mit den Rekonstruktionen von Bestattungsbräuchen sowie der Saal der Inschriften, wo sich die Entwicklung der Schrift auf Zypern verfolgen lässt. Direkt gegenüber vom Museum liegt das Städtische Theater von Nikosia.
Städtisches Theater von Nikosia
Der moderne Bau wurde 1967 errichtet und fasst 1200 Personen. Hier finden Theateraufführungen, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt. In der gleichen Gegend liegen das Abgeordnetenhaus, das Allgemeine Krankenhaus von Nikosia und der Stadtpark, der eine kleine Oase im Stadtzentrum bildet.
Der Besucher sollte es keinesfalls versäumen, auch Monumente zu besuchen, die mit der jüngsten Geschichte Zyperns verbunden sind. Die Rede ist vom „Monument der Gefangenen“ und vom „Grab von Makedonitissa“.
Das „Monument der Gefangenen“ befindet sich im Zentralgefängnis von Nikosia, wo während des Freiheitskampfes von 1955 – 1959 neun hingerichtete und vier gefallene Freiheitskämpfer bestattet wurden. Nach dem Ende des Krieges wurde der Ort zu einer Weihestätte und „Monument der Gefangenen“ benannt. Rechts neben dem Eingang liegen die 13 Gräber der Freiheitskämpfer und links die Zellen der zum Tode Verurteilten und der Galgen, an dem die Engländer die neun Freiheitskämpfer hinrichteten.
Das Grab von Makedonitissa befindet sich in Makedonitissa 3km westlich von Nikosia beim gleichnamigen Kloster der Gottesmutter. Es handelt sich um einen Soldatenfriedhof und Ehrenmal, wo die griechischen und griechisch-zyprischen Soldaten bestattet sind, die im Sommer 1974 für Zypern fielen. In Makedonitissa befindet sich auch ein 270.000 qm großes Gelände, wo jedes Jahr die Internationale Messe von Zypern stattfindet. Es umfasst moderne Ausstellungsgebäude, Restaurants und andere Einrichtungen. An der Messe beteiligen sich zahlreiche ausländische und zyprische Industrie- und Handelsunternehmen. Die Messe findet jedes Jahr Ende Mai bis Anfang Juni statt und wird von Tausenden Einheimischen und Ausländern besucht. Im Süden von Nikosia schließlich liegt im Vorort Strovolos das Präsidentenpalais. Das älteste Gebäude, das Haus des englischen Regenten, war ein Holzbau und wurde im Oktober 1931 von zyprischen Demonstranten während der Oktoberereignisse (Erhebung der Zyprer gegen die englische Kolonialherrschaft) zerstört. 1933 wurde es wiederaufgebaut. Es war ein imposantes Gebäude mit charakteristischer Architektur. Seit der Unabhängigkeit ist es seit 1960 die Residenz des Präsidenten der Republik Zypern. Beim Putschversuch von 1974 wurde es, abgesehen von der Fassade mit dem britischen Emblem und einigen Mauern, vollständig zerstört und nach dem alten Plan wiederaufgebaut.

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