Deryneia

– village

4 km nördlich von Paralimni ist am letzten Dorf vor den Toren Famagustas vor allem die Aussicht über die verlassene von Interesse. Unter den vielen -View-Points, von denen man mit Feldstechern auf die Geisterstadt blicken kann, hat das Beach View Restaurant wahrscheinlich die beste Position. Bei Eintrittspreisen von 0,50 bis 0,80 € verdienen sich die View-Point-Betreiber dumm und dämlich und zählen vermutlich zu den entschiedenen Gegnern jedes politischen Ausgleichs mit der türkischen Seite. Gratis ist einzig der offizielle Aussichtspunkt im Cultural Centre der zyperngriechischen Stadtverwaltung von , die, aus ihrer Stadt ja vertrieben, in Deryneia residiert und wohl nicht mehr allzu viel zu verwalten hat. Selbst nagelneue Wegweiser weisen den Weg nach , der freilich am Sperrzaun endet. Mit Ausstellungen, und Musik gedenken die Flüchtlinge Mitte August der in Sichtweite gelegenen, doch unerreichbaren Heimat.

Deryneia

Das Deryneia Folklore informiert über das Landleben der Zyprer in den vergangenen zwei Jahrhunderten. Im Haus ihrer verstorbenen Mutter trug die Familie Hadijiliassi mit Hilfe der gesamten Dorfbevölkerung alte Haushaltsgeräte und Einrichtungsgegenstände zusammen. Das Gebäude besteht aus einem Hauptraum mit überdachtem Wintergarten, kleiner Küche und einem einst als Lager und Werkstatt genutzten Nebenraum. Den Backofen im Hof benutzen die nebenan wohnenden Hadjiliassis noch heute.

Von Vrysoulles, einer auf kaum einer Karte eingezeichneten Flüchtlingssiedlung in Sichtweite des zum türkischen Teil gehörenden Acheritou (Güvencilik), blicken die Bewohner gleichermaßen auf ihr jenseits der Demarkationslinie liegendes Heimatdorf wie auf die britischen Kasernen von Agios Nikolaos. Die Soldaten gehen gern in Vrysoulles einkaufen oder tragen ihr Geld in die örtlichen Kneipen. Von Vrysoulles führt die von Famagusta kommende Landstraße westwärts direkt an der Sperrlinie entlang. Diese ist hier kaum befestigt, sondern mit einfachen Pfosten und Warnschildern markiert. Auf einer Anhöhe erhebt sich das nach einem, so die Überlieferung, aus Deutschland zugewanderten Eremiten benannte Kloster Agios Kendeas.

Achna (Düzce): Der Ort, wiederum auf türkischer Seite gelegen und unmittelbar an das Gebiet der britischen Basis angrenzend, wurde von den Türken nicht wieder besiedelt und ist heute ein Geisterdorf. Auch hier haben sich die Flüchtlinge in einer noch weithin provisorisch wirkenden Siedlung diesseits der Demarkationslinie niedergelassen. Der Achna-Stausee versorgt den Südosten Zyperns mit Trinkwasser. Ein Besuch lohnt sich vor allem im Herbst und Frühjahr zur Zeit des Vogelzugs.

Bild by Joao Leitao /flickr

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1 Antwort

  1. 11. Dezember 2014

    […] Agios Nikolaos tis Stegis (übersetzt „Heiliger Nikolaus mit Dach“): Sie präsentiert sich im Troodos-üblichen Scheunen-Stil, nämlich mit einem später zum Schutz vor der Witterung der Kirche übergestülpten Ziegeldach. Die mittelbyzantinischen Fresken der Klosterkirche sind künstlerisch anspruchsvoller als die teilweise zeitgleichen Bilder in Asinou. Die Bilder einer kompletten Apsis sind im Byzantinischen Museum von Nikosia ausgestellt. Der Narthex zeigt das Jüngste Gericht und den heiligen Georg. Sein „Reiterfresko“ fiel einem späteren Türdurchbruch zum Opfer. Darüber ist die Todesfolter des Heiligen in allen blutigen Details ausgemalt. Den unbekannten Stifter zusammen mit Nikolaus zeigt das Bild rechts der Ikonostase. In der angrenzenden Nische stillt Maria den kleinen Jesus; ebenso ungewöhnlich ist das Motiv „Georg wiegt das Jesuskind“. In der Wölbung der gegenüberliegenden Nische stehen Sonne und Mond mit traurigen Gesichtern am Himmel über der Kreuzigung. […]

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