Choirokoitia

– Khirokitia

Am Hang hoch über dem im Sommer ausgetrockneten Maroniou-Flüsschen wohnten vor 9000 Jahren Menschen in einem aus Stein und Lehm errichteten Dorf. Bis zur Entdeckung von Tenta galten die 60 in Choirokoitia freigelegten Rundhütten (Tholoi) als ältestes Zeugnis menschlicher Behausung auf Zypern. In den besten Zeiten sollen hier 1000 Menschen gelebt haben.

Khirokitia

Inzwischen datieren die Archäologen 17 weitere Fundstellen auf Zypern in die gleiche Kulturstufe. Woher die Steinzeitmenschen kamen, weiß niemand zu sagen. Sie lebten von Fischfang und der Jagd, hielten Schweine, Ziegen, Schafe und bauten Getreide und Hülsenfrüchte an. Töpfern konnten die damaligen Bewohner noch nicht, sie unterhielten jedoch „Handelsbeziehungen“ zu Kleinasien – ihre wertvollen Speerspitzen und andere Werkzeuge waren aus Obsidian, einem scharfkantigen, glasähnlichen Lavastein, der auf Zypern nicht vorkommt. Die Toten begruben sie unter den Häusern. Bei Ausgrabungsarbeiten fand man die Skelette mit großen Steinen beschwert, was die Theorie nährte, die Jungsteinzeitler hätten sich so vor der Wiederkehr der Untoten schützen wollen.

In einem großen Tholos nahe dem Eingang zur Grabung sind zwei Pfeiler zu erkennen, die vielleicht eine Zwischendecke in Form einer hölzernen Plattform trugen. Das gleiche Haus scheint von einem überdachten Rundgang umgeben gewesen zu sein. Die Hütten hatten einen Durchmesser von bis zu 10 m. Eine allerdings umstrittene Rekonstruktion befindet sich im Saal 1 des Nationalmuseums, wo auch die Kleinfunde der Grabung ausgestellt sind.

Mitten durch die Siedlung zieht sich eine breite Mauer, über deren Funktion die Wissenschaftler noch rätseln. Die einen deuten sie als Verteidigungswall aus einer Phase, da das Dorf noch kleiner und nur auf einer Seite der Mauer angelegt war, andere betrachten sie einfach als Dorfweg, der im Lauf der Jahre mit Schottersteinen erhöht wurde, um mit dem wachsenden Siedlungsniveau Schritt zu halten. Dem ungeschulten Auge fällt es schwer, einen Zusammenhang in die vielen, scheinbar regellos durcheinander laufenden Grundmauern zu bringen. Mehrere Siedlungshorizonte, die zeitlich Jahrhunderte voneinander entfernt sin, liegen direkt übereinander. Zwischen 5500 und 4500 v. Chr. scheint der Ort ganz verlassen gewesen zu sein. Die neuen Siedler waren technologisch einen guten Schritt weiter und gebrauchten mit Wellenmustern verzierte Keramikgefäße.

Agios Minas: Die Nonnen des nach dem römisch-ägyptischen Wüstenheiligen Menas benannten Klosters (bei Vavla, 10 km hinter dem Steinzeitdorf) gelten als gute Ikonenmalerinnen. Wer eher weltliche Interessen hat, mag ein Glas des gleichfalls im Kloster produzierten Honigs erstehen.

Tochni: Der Ort ist den türkischen Zyprern in schlimmer Erinnerung geblieben. Noch bis 1974 hatten hier griechische und türkische Zyprer relativ friedlich nebeneinander gelebt. Nach der Invasion drangen die Terroristen der EOKA-B in Tochni ein, trieben die türkischen Männer zusammen, fuhren sie nach Agia Fila zu einem vorbereiteten Massengrad und schossen sie dort nieder. Doch daran erinnert man sich heute nur untern. Wie das nahe Kalavasos ist Tochni ein Zentrum des Agro-Tourismus geworden, und nach dem Vorbild des Marktführers „“ haben auch andere Eigentümer ihre alten Häuser mit staatlichen Hilfen renoviert und in Ferienwohnungen umgewandelt.

Bild by illaria/flickr

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