Arodes

 

Mit seinen Kalkböden ist Arodes ein hervorragendes Weinbaugebiet, und so ist es kein Wunder, dass auch dieses Dorf im Mittelalter zum Besitz der Johanniter gehörte.

Arodes

Der Ortsname verweist auf Rhodos, das Hauptquartier des Ordens. Am 23. Februar 1995 wurde das Doppeldorf von einem schweren Erdbeben betroffen, das zwanzig Häuser zerstört und auch die Kirche Agios Kalandion im griechischen Ortsteil Pano Arodes beschädigt hat. Unversehrt blieben am Kirchplatz die römischen Sarkophage der Heiligen Agapitikos und Mistikos. Beiden wird die Macht für einen Liebeszauber nachgesagt, zu dem man ein Stück der Sarkophage zerkleinern und dem Geliebten ins Getränk rühren muss, um erhört zu werden – angesichts dieser Überlieferung besteht das wahre Wunder darin, dass von den Grabmälern noch etwas übrig ist.

Der ehemals türkische Ortsteil Kato Arodes wurde erst in den letzten Jahren wieder besiedelt. Nach den Vertreibungen infolge der türkischen Invasion stellte die Regierung die von den Türken verlassenen Häuser zunächst nur Flüchtlingen zur Verfügung. Doch wie wollten, verständlich, lieber in die Städte oder wenigstens dorthin, wo es guten, bewässerten Ackerboden gab. Für Arodes interessierte sich kaum jemand. Inzwischen werden die „Türkenhäuser“ für wenige Pfund an jedermann vermietet, vorausgesetzt, er verpflichtet sich zur Instandsetzung – und dazu, das Anwesen im Fall einer Wiedervereinigung wieder an die früheren Besitzer herauszugeben. Immerhin zwei, so heißt es, seien schon zurückgekehrt. So wurde Kato Arodes allmählich zu einem Wochenend- und Sommerrefugium wohlhabender Pafioten, die sich hier eine Zweitwohnung einrichten. Noch trifft man ein bizarres Nebeneinander von verfallenen Hütten, Gehöften von Flüchtlingen und luxuriös renovierten Häusern, doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis Kato Arodes schmucker erscheinen wird als manches Bauerndorf der Umgebung.

Bild by Ray Collins /flickr

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